Manchmal kommt es anders…

Das Ziel ist klar: Wir wollen zu einer Evangelischen Kirchengemeinde fusionieren.

Foto: Ulrich Bäuerle

Wir haben dafür überwiegend und viel Zustimmung erhalten. Der Weg dahin schien einfach: Die drei Kirchengemeinden werden, so war die Auskunft des Oberkirchenrats in Stuttgart, aufgelöst und die Gesamtkirchengemeinde wird zu der einen Evangelischen Kirchengemeinde Ebingen. Anfang Oktober wurde uns vom Oberkirchenrat mitgeteilt: „Die Kirchengemeinden wurden aufgelöst und die Gesamtkirchengemeinde bestand als „normale“ Kirchengemeinde fort und wurde umbenannt. Eine Überleitung von Vermögen und Personal entfiel. Dies war über Jahre hinweg unsere Praxis, die auch vom Kultusministerium unbeanstandet blieb, dem wir diese Änderungen alle mitteilten. Nun hat das Kultusministerium hier eingehakt und Bedenken gegen diese Vorgehensweise geäußert. Diese konnten bisher leider noch nicht ausgeräumt werden. Wir hoffen, dass dies noch gelingt.“ Ende Oktober bekamen wir die Information, dass es keine Einigung in dieser Sache mit dem Kultusministerium gegeben hat. Aus diesem Grund wurden uns zwei alternative Wege aufgezeigt. Der erste Weg wäre die Auflösung der Gesamtkirchengemeinde sowie der drei Kirchengemeinden und die Neugründung der Evangelischen  Kirchengemeinde  Ebingen,  sie würde die Rechtsnachfolge antreten. Der zweite Weg wäre die Auflösung der Gesamtkirchengemeinde sowie der Friedens- und der Thomaskirchengemeinde und die Übertragung der Rechtsnachfolge auf die Martinskirchengemeinde, die zur Evangelischen Kirchengemeinde Ebingen umbenannt wird. Der Oberkirchenrat hat beim ersten Weg darauf hingewiesen, dass die neugegründete Kirchengemeinde möglicherweise bereits 2020, also ein Jahr früher als vorgesehen, umsatzsteuerpflichtig wird. Nach Klärung des Sachverhalts wurden alle Mitglieder des Gesamtkirchengemeinderats ausführlich informiert (auch über die bei beiden Varianten zu fassenden Beschlüsse), so dass in der Sitzung des Gesamtkirchengemeinderats am 8. November lebhaft und kontrovers diskutiert werden konnte. Am Ende sprach sich eine deutliche Mehrheit für den ersten Weg aus. Auch wenn eine mögliche Umsatzsteuerzahlung schmerzhaft wäre – gerade auch in Zeiten des Spendenwegs, der monetäre Aspekt sollte hier doch nicht den Ausschlag geben. Bei der ersten Variante sind die drei Kirchengemeinden einander gleichgestellt, sie machen alle drei die Erfahrung der Auflösung und formieren sich miteinander neu zu der einen Kirchengemeinde. Darin sahen viele eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Neustart, den die Gemeindefusion ermöglichen soll, auch gelingen kann. Die entsprechenden Beschlüsse hierzu wurden erfreulicherweise dann wieder einstimmig gefasst. Nun liegt der Ball bei den drei Kirchengemeinderatsgremien, sie müssen in ihren Dezember-Sitzungen jeweils den Antrag auf Auflösung ihrer Kirchengemeinde beschließen. Wenn alle Beschlüsse gefasst sind, kann der gesamte Antrag zur Gemeindefusion zusammengestellt und Anfang des neuen Jahres dem Oberkirchenrat zugesandt werden. Nach eingehender Prüfung (der Oberkirchenrat verlangt hierfür ein gutes halbes Jahr Zeit) wird der Oberkirchenrat, so hoffen wir, die neue Evangelische Kirchengemeinde zum 1. Dezember 2019 ins Werk setzen. In dem verbleibenden Jahr wollen wir nochmals intensiv über die inhaltliche Gestaltung der gemeinsamen Kirchengemein- de nachdenken und miteinander ins Gespräch kommen.

Ulrich Bäuerle
Walter Schwaiger