Musik voller Lebensfreude

Eindrücke von der beeindruckenden Feierstunde der Posaunenchöre Bitz und Ebingen

Es war ein breiter Querschnitt aus der Bläserarbeit, den die 14 Musikerinnen und Musiker der vereinigten Posaunenchöre Bitz und Ebingen bei ihrer „Musik im Juni“ am 24. Juni in der Ebinger Kapellkirche boten. Aus unterschiedlichen Epochen erklang Musik, also „klassisch“ und „modern“, auf jeden Fall „mitreißend“, wie die Stichworte auf dem Programmblatt lauteten. Es war in der Tat „Musik voller Lebensfreude“, was das Programmblatt ebenfalls versprach – und wovon man sich beim Hören überzeugen konnte. Dass die begeisterte Hörerschaft die Akteure am Ende zu zwei Zugaben herausforderten, und es zwischen den einzelnen Stücken immer wieder zu spontanem Beifall kam, zeigt nur zu gut, wie die Freude übersprang. Die  auf  das  aus  der  Barockzeit  stammende „Trumpet Volutary“ (um 1700) folgenden zwei Stücke, so unterschiedlich sie auch sind, zum einen aus der Mendelssohn-Mottete „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ und zum andern aus Friedrich Smetanas symphonischer Dichtung „Die Moldau“, so sind sie doch zusammengehalten durch das Thema Wasser, das die diesjährige Jahreslosung zum Ausdruck bringt: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ (Offenbarung 21,6). Beim bekannten Choral von Joachim Neander „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ war die zahlreich vorhandene Gemeinde zum Mitsingen eingeladen, wie wenig später noch einmal beim genau- so bekannten Choral von Martin Rinckart „Nun danket alle Gott“, intoniert in verschiedenen Sätzen, wobei der zur dritten Strophe von Johann Sebastian Bach, der bekannteste sein durfte und auch bei den Ulmer Landesposaunentagen immer bei der Abschlussveranstaltung auf dem Münsterplatz erklingt. Unter den übrigen Bläserstücken hat der „Triumphmarsch“ aus Verdis Oper „Aida“ hohen Bekanntheitsgrad und wohl auch „The Muppet Show Theme“. Die beiden Stücke des Zeitgenossen Jacob de Haan, „Handelian Song“ und „Yellow Mountains“ durften Nicht-Insidern kaum bekannt sein. Interessant, aber auch ungewohnt, war die Bearbeitung der Melodie „Von Gott will ich nicht lassen“ im Tango-Rhythmus („Tango Afferado“). Das Bläserarrangement des Spirituals „Wade in the Water“ hörte sich demgegenüber indes weit gewohnter an. Solche Feierstunden werden denn auch dazu benutzt, langjährige Bläser anlässlich eines runden Jubiläums zu ehren. Zwei waren es diesmal. Dem Bezirksposaunenwart und Leiter des Posaunenchors Laufen, Jürgen Stingel aus Meßstetten fiel diese schöne Aufgabe zu. Walter Böger aus Ebingen spielt seit 20 Jahren im Posaunenchor; aufgrund einer Verletzung an der Hand konnte er leider nicht da sein. Seit 40 Jahren bläst Bernd Hailfinger aus Bitz die Trompete. Den vereinigten Posaunenchören Bitz und Ebingen mit ihrem rührigen Dirigenten Uwe Pet- zendorfer ist weiterhin solide (Proben-)Arbeit zu wünschen, so dass sie bei ihrer nächsten Posaunenfeierstunde wieder mitreißende Musik voller Lebensfreude spielen können, zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Menschen.

Walter Rominger