»Messiah«

Sonntag, 16. Dezember 2018 • 17 Uhr • Martinskirche | Aufführung zum 3. Advent

Georg Friedrich Händel (1685–1759) »Messiah« HWV 56 | Part the First
Oratorium nach Texten der Bibel für vier Solo-Stimmen, Chor & Orchester

Arvo Pärt (*1935) Summa (1977/1991) | Für Streichorchester

Vokal-Solisten
Carla Thullner l Sopran
Julia Werner l Alt
Roger Gehrig l Tenor
Konstantin Krimmel l Bass

Kantorei der Martinskirche

Schwarzwald Kammerorchester bestehend aus Mitgliedern sämtlicher deutscher Kulturorchester besteht (SWR, MDR, NDR u. a.)

Martinskantor Steffen Mark Schwarz l Gesamtleitung

Karten für dieses Konzert erhalten Sie als nummerierte/unnummerierte Plätze zu 20/15 Euro (ermäßigt 15/10 Euro), zzgl. 2 Euro VVK-Gebühr zur Deckung der Verwaltungskosten der Stadt Albstadt, in der Tourist-Information Albstadt-Ebingen oder vor der Aufführung an der Abendkasse der Martinskirche.

Das Libretto des Oratoriums »Messiah« HWV 56 von Georg Friedrich Händel wurde von Charles Jennens (1700-1773) aus Bibeltexten der damals gültigen King James Version zusammengestellt. Im Frühsommer 1741 überreichte Jennens Händel diese Text-Fassung. Die damalige Resonanz auf das »New Grand Oratorio, called The MESSIAH« war überwältigend und so schrieben die Dubliner Zeitungen vom »vollkommensten musikalischen Werk« und von »höchstem Entzücken«: Mit diesem Oratorium hat Händel ein Meisterwerk geschaffen. In vielen Teilen erinnert seine Musik an höfische Zeremonialmusik. So könnte das »Hallelujah« in einer anderen Textfassung durchaus für eine Krönung o. ä. geschaffen sein.

In der Aufführung zum 3. Advent beschränken wir uns im Anschluss an den Passions-Teil vom vergangenen Karfreitag auf den ersten Teil des Oratoriums, der den Blick auf die Krippe richtet und so gleich entlang des Kirchenjahres wiederum den Bogen zum Kreuz spannt. Das späte Judentum erwartet vor allem seit der griechischen und römischen Besetzung jenen Nachkommen Davids mit dem Messias einen Heilsbringer, der dem Volk wieder Selbständigkeit und Freiheit geben soll. Er wird ein von Gott Gesalbter sein, auf den zahlreiche Textstellen aus den Prophetenbüchern und den Psalmen der Bibel hindeuten. Für Christen war Jesus von Nazareth, der gekreuzigt und als Auferstandener erlebt wurde, von Beginn an dieser erwartete Messias. Daher erhielt er den Titel »Christus«, als die griechische Übersetzung des jüdischen »Maschiach«, der Gesalbte. Dieser Linie folgend verharrt Händel allerdings über weite Strecken bei Texten des Alten Testaments. Hintergrund dafür ist, nicht in die Gefahr zu geraten, sich in theologische Diskussionen zu verstricken und somit in Konflikt mit der Anglikanischen Kirche zu geraten, von dieser ausgehend eine strenge Kontrolle über die Verwendung von liturgischen Texten geführt wurde. Erstes Anliegen ist für Händel die Vermittlung von Zuversicht und dem Glauben an eine große von Gott geschenkte Zukunft, wie sich im Oster-Teil im Besonderen zeigt: »Denn er regiert auf immer und ewig.«

Neben dem ersten Teil von Händels »Messiah« erklingt auch Arvo Pärts (*1935) Summa (1977/1991) für Streichorchester und das glanzvolle »Hallelujah«.

 

 

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