© Sabine Kemmler

Erntedank des Lebens l Ewigkeit des Lebens

Was würden Sie sagen, was der Reichtum Ihres Lebens ist?

Etwas beruflich Erreichtes? Ein harmonisches Familienleben? Ein schöner Wohnraum? Finanzielle Sicherheit? Etwas ganz anderes? In den Urlaubstagen ist mir klar geworden, dass der (ein) Reichtum meines Lebens die Menschen sind, die mir auf meinem Lebensweg begegnet sind. In Riga besuche ich eine Freundin, die vor gut 20 Jahren zu den Schwestern Mutter Theresas gegangen ist und inzwischen eine davon geworden ist. Sie lebt in völliger Armut und sehr nah an der Not der Ärmsten dieser Welt. Zum Beispiel verbindet sie die Wunden der Obdachlosen. Gleich danach treffe ich eine Studienfreundin, die nach dem Theologiestudium Wirtschaft und Marketing studiert und bei einigen Weltfirmen gearbeitet hat. Eine völlig andere Welt und Lebensweise. Beide Frauen gehören zu meinem Leben. Beide machen mich reicher. Sie gehören zum Erntedank meines Lebens. Dazu gehören auch andere. Besuch auf dem Friedhof. Neben dem Grab meines Vaters sind zwei Gräber, die über die Jahre zugewachsen sind. In meiner Kindheit wurden beide liebevoll gepflegt. Aber es macht mich nicht traurig, dass niemand mehr da ist, der sich um diese Gräber kümmert. Auch ich kann nur punktuell die Friedhöfe in Lettland besuchen. Trotz der Erfahrung der Vergänglichkeit des Lebens ist Einer da, der ewig ist. Bei ihm sind die Menschen, die den Reichtum meines Lebens ausmachen, gut aufgehoben. Die Menschen, die mein Leben berei- chert haben und bereichern, hält Gott in seiner Hand. Auch wenn ich ihnen nicht nahe sein kann und an sie nicht mehr denken kann, sind sie in Gottes Gedächtnis „gespeichert“, bei Gott sind sie geborgen.

Ewigkeit des Lebens.

Ilze Druviņa

 

 

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