Die Kapellkirche

Johann-Philipp-Palm-Str. 11, 72458 Albstadt

 

Die erste Kirche

Die erste Kapellkirche - damals noch eine "Frauenkapelle" - wurde von zwei Ebinger Bürgern 1382 gestiftet, hatte einen Chor und wurde mit zwei Altären ausgestattet, dem "Frauenaltar" und dem "vorderen Altar". Diese Kapelle brannte bei einem großen Stadtbrand, vermutlich 1477, nieder.

Die zweite Kirche

konnte 1490 wieder eingeweiht werden. Diese "Kapelle" hatte nun keinen Chor mehr, doch wurden die beiden Altäre wieder darin aufgestellt. Bei der Reformation, die in Württemberg 1534 stattfand, wurden diese jedoch entfernt. Desgleichen eine schöne Holzplastik, eine Pietà, die aber von den noch gut katholischen Ebinger Klausnerinnen gerettet und nach Laiz ins Kloster gebracht wurde.

Eine dritte Kirche?

Beinahe wäre die zweite Kirche im 19. Jahrhundert nicht dem Feuer, aber dem Abbruch zum Opfer gefallen, so sehr war sie heruntergekommen und nicht mehr zu benutzen. Doch eine Anzahl Ebinger Bürger setzten sich energisch für ihre Wiederinstandsetzung ein und so konnte die Kapellkirche 1832 zum drittenmal eingeweiht werden.

 

Die vierte Kirche ist immer noch die zweite

1944 zerstörte eine Bombe das Kirchendach und jahrelang blieb die Kirche ungeschützt vor Schnee und Regen. Erst nach der Währungsreform konnte die Gemeinde ihre Kapellkirche wieder aufbauen und am 19. Dezember 1950 zum viertenmal in Gebrauch nehmen.

Was in der Kirche zu sehen ist

Der Innenraum zeigt sich im schlichten Baustil der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Doch ist es alles andere als ein kühler Bau! Schon die Holz-Kassettendecke spendet spürbar optische Wärme.

Sofort ins Auge fallen die farbfrohen Glasfenster an der Ostseite der Kirche, im Altarraum. Sie wurden von Professor Yelin, Stuttgart, entworfen und von der Glaswerkstätte Saile, aus Stuttgart, angefertigt.

Rechts, an der Südseite, "hängt" die schöne barocke Kanzel aus dem 17. Jahrhundert. Der Munderkinger Restaurator Kneer hat sie wieder in den ursprünglichen Farben erstrahlen lassen.

Und links, an der Nordseite sieht man eine Nachbildung der ursprünglichen Pietà. Die neue Pietà wurde vom damaligen Ebinger Bürgermeister, dem Industriellen Walther Groz 1950 gestiftet und von dem Straßberger Bildhauer Seßler vorbildlich nachempfunden.

 

Zwei der ursprünglich vier Säulen, die die alte Empore getragen haben, sind erhalten geblieben; man erkennt sie sofort an ihrer eigenwilligen, aus dem Rahmen fallenden Form.

Die Orgel wurde 1982 von der Orgelfirma Anton Staller aus Grafing bei München eingebaut. Sie hat 3 Manuale und 23 Register, 1394 Pfeifen und wird rein mechanisch gespielt. Das Orgelgehäuse ist aus massiver Eiche und besonders schlank und hoch gebaut, damit es sich gut in den Raum einfügt.

 

Wofür die Kirche da ist

Die Kapellkirche eignet sich hervorragend zu Trauungen, überhaupt für Gottesdienste in kleinem Kreis. Durch ihre wunderschöne Akustik ist sie der richtige Rahmen für Kirchenkonzerte jeder Art.

Eine Besonderheit ist die "Ebinger Marktmusik", die sommers jeden Samstag um 11 Uhr stattfindet, etwa 20 Minuten dauert und von Musikern und Musikerinnen Ebingens und der Umgebung getragen wird.

Viele Jahrhunderte wurde in unserer Kapellkirche gepredigt, gebetet, gesungen, gefeiert und getrauert. Wie oft mag die Kirche in Kriegszeiten Zufluchtstätte gewesen sein! Dreimal ist dieses Gotteshaus in Sechs Jahrhunderten wieder aus Ruinen "auferstanden".

Die Kapellkirche mit ihrem schlichten und trotzdem schönen Kirchenraum bietet jedem Besucher die Gelegenheit für Gebet, Besinnung und Stille - im Vertrauen darauf, dass

 

wohin wir gehen,
wir gehen in Gottes Hand.
Wie tief wir fallen,
wir fallen an Gottes Herz.